Meine Borreliengeschichte - möge Sie vielen chronischen Borrelienpatienten Mut machen

 

Angefangen hat mein *Leidensweg* am 21.3.2014 mit einer Zecke auf der rechten Schulter. Ein kleines schwarzes etwas welches ich mir am Tag zuvor bei einer Behandlung eingefangen haben muss.

Und wie man es so handhabt als Tierbesitzer, der schon immer mal eine Zecke hatte im Laufe seines Lebens, man entfernt das Tierchen und beobachtet aufmerksam den Heilungsverlauf der Bissstelle.

 

Da sich weder Wanderröte noch sonstige Abnormalitäten zeigten vergaß ich das Getier fix wieder.

 

Ca 3 Wochen später konnte ich die abartigen Kopfschmerzen über Tage super damit erklären das sich die Augen erst an die neue Brille gewöhnen müssen. Die Schmerzen in der Halswirbelsäule hielt man für einen Bandscheibenvorfall, der allerdings röntgonolgisch nicht bestätigt wurde. Abgelöst wurden die Kopf- und HWS- schmerzen von wahnsinnigen Magenschmerzen und einer Müdigkeit mit einem Schlafbedarf von mehr als 12 Stunden am Stück.

Spätestens jetzt war klar, hier handelt es sich um einen klassischen Fall von burnout.

Also eine Auszeit nehmen, nicht arbeiten - ging ja sowieso nicht - gesund ernähren, viel trinken und ausspannen.

Allerdings wurde nichts davon wirklich besser, jeden Morgen konnte ich neu ausloten welche Ecke an mir mehr schmerzte .... also, weiter ausspannen, gesund essen und viel trinken....

 

Am Sonntag den 27.04.2014 wurde mir erst in der Notaufnahme bewusst das die linksseitigen Lähmungen, die ich seit diesem Morgen hatte,  wohl nicht ganz so harmlos sein können wie ich mir das dachte.

Die Anfangsdiagnose vom Schlaganfall konnte vom Neurologen recht schnell ausgeräumt werden da ich meine Stirn noch runzeln konnte. Die nächste Station war ein CT des Kopfes, denn auch die Möglichkeit eines Hirntumores kam in betracht, aber auch hier, nix zu finden.

Mein Blut war bis dato bei jedem Arzt und jeder Abnahme unauffällig.

Mittwochs kamen meine letzten Blutergebnisse und man hat eine Altinfektion und eine Neuinfektion mit Borrelien gefunden.

Ich bekam sofort Magentabletten, hochdosiert Cortison und täglich intravenös Penicillin.

Zwei Wochen stationär und danach ambulant.

Die Lähmungen im Gesicht wurden täglich besser, irgendwann sabberte ich beim trinken nicht mehr und mein linkes Augenlied konnte ich wieder normal nutzen, endlich musste ich es nachts nicht mehr zukleben.

Der kleine Finger und der Ringfinger der inken Hand fühlen sich heute noch *tauber* an als die beiden Finger der rechten Hand. Mein linkes Bein funktioniert wieder ohne mucken.

Soweit sieht es für einen Aussenstehenden nach * geheilt * aus, denn man kann ja nichts *krankes* mehr sehen.

 

Und genau an der Stelle wird es nicht nur für mich schwer sondern für viele viele andere Borrelienerkrankte auch, egal ob Mensch oder Tier.

 

Für mich ist nichts mehr wie es einmal war!

Ich rieche wenig bis nichts, ich schmecke wenig bis nichts.

Ich habe Wortfindungsstörungen und vergesse schneller als ich etwas aufnehme.

Ich friere schneller als andere und brauche länger um wieder warm zu werden, manchmal liege ich stundenlang auf meiner Heizdecke bis der Schüttelfrost aufhört.

Meine Leistungsfähigkeit ist um ein vielfaches weniger als vorher.

Meine Regenerationsphasen sind sehr lange und mein Schlafbedarf ist überdurchschnittlich.

 

Am schwierigsten war es für meine Psyche zu akzeptieren das jetzt etwas *in mir* lebt und auch nie wieder weg sein wird. Phasenweise still aber immer da. Und das es auf meinen Tagesablauf Einfluss nehmen wird ....

 

Wirklich auf die Beine gestellt, und stellt mich immer wieder, mein Heilpraktiker. Bei Interesse gebe ich gerne seine Konaktdaten weiter.

 

Ich werde diese Seite immer wieder erweitern ... nicht nur um meine eigene Geschichte ...

Ich würde mich rießig freuen wenn diese Geschichte Betroffene lesen und sich bei mir melden ... Erfahrungen austauschen ist für uns alle wichtig.